Der kleine Verweigerer

Jeder, der den Lias W. V. kennt, weiss, dass er kleinere Macken hat. Und zwar nicht zu knapp.

Inzwischen kennt ihn auch seine Tagesmutti ein bisschen –und lacht sich jeden Tag halb tot über seine Minipsychosen.

Nachdem die ersten beiden Wochen vergangen waren, meinte sie, wenn sie Lias jetzt charakterisieren solle, nähme sie davon eines seiner momentanen Lieblingsworte: "neeee!"

Nach einigen Tagen konnte er dann glatt auch manchmal ja sagen, aber generell ist durchaus eine gewisse Unflexibilität beim Zwerg festzustellen; alles, was in irgendeiner Form von seinem gewohnten Tagesablauf abweicht bzw. nicht genau so stattfindet, wie er sich das vorgestellt hatte, wird umgehend abgelehnt. Und zwar laut und ausdauernd mosernd. So sitzt er dann eben minutenlang lamentierend in der Sofaecke, weil er Buch angucken wollte, während alle anderen Kinder schon lange Bausteintürme bauen oder Autos durch die Gegend schmeißen. Oder er meckert noch auf dem Spielplatz, weil er jetzt doch die neuen Schuhe an hat, die Muttern besorgte, damit der Sohn bei den momentanen Temperaturen nicht dauernd mit Minischweißfüßen rumlaufen muss. Die Schuhe sind aber Mist, weil die neu sind. Genauso wie der Hut; den setzt er auch nicht auf. Und wenn Mama –wie heute morgen passiert- zum Joggen einen anderen als den gewohnten Spazierweg durch den Park nimmt, dauert es einige Stöcke, Hirsche und andere Ablenkungsmanöver, bis er sich von seinem Ärger erholt hat.

Blöd auch, wenn Muttern beim Mittagessen nicht zur Stelle ist, um dem Schatz zu liefern, was er noch gar nicht bestellt, aber DOCH SCHON LÄNGST GEDACHT, DAS WEISST DU DOCH JETZT LANGSAM, MENSCH! hatte. Seit dieser Woche läuft nämlich das Experiment "Auswärts essen ohne Leibkoch", in dessen Rahmen Lias tatsächlich mit 4 anderen Kindern am Tisch sitzen und ESSEN! soll. Darf. Kann.

Bisher hat er es allerdings noch nicht getan. Weder Semmelknödel noch Kartoffelpü oder Germknödel erregten sein Wohlgefallen, und leider hat die Tagesmutter nicht mal Hunde. Schade um alles, was er sich nur 20 min lang angeguckt und nicht ein einziges Mal probiert hat; aber wir geben nicht auf, und meine schwierige Aufgabe besteht im Moment darin, ihm während des Nachhausewegs, wenn er das Nammi-Lied singt, weil er natürlich Hunger hat, nichts anderes zu offerieren, damit er nicht in seiner Annahme, Muttern wird schon irgendwas anderes –das Richtige!– aus der Tasche zaubern, bestätigt wird. Das tut mir total leid, weil er seit Stunden nichts gegessen hat, und zum Glück schläft er dann immer schnell ein und fühlt den schlimmen Hunger nicht so. *schluchz *

Ja, Erziehung ist manchmal echt hart :-(

Verfasst von jenni am Donnerstag, dem 25. März 2010 um 13:54 Uhr.

ein Leserbrief

Jana samt Jungens

Re: Der kleine Verweigerer

Tapfer bleiben, es lohnt sich! Ihr schafft das schon, Ihr Süßen!

autor: Jana samt Jungens — 2010-03-25 21:55:58
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