Brunch im Kinderzoo

Falls man tatsächlich auf die Idee kommt, mit Kleinstkind essen gehen zu wollen, noch dazu mit einem, das kaum etwas essen möchte und daher auch der Meinung ist, still sitzend am Tisch nix verloren zu haben, dann hat man Sonntag vormittag ungefähr 3 Möglichkeiten, wenn man davon absehen möchte, in einer Lokalität zu speisen, wo man dem Zwerg auf Schritt und Tritt folgen muss, um zu verhindern, dass er am Buffet Muster in die Butter drückt, Gummibärchen ins Rührei einarbeitet oder schlicht eine Treppe runterstürzt. Zu fremden Personen an den Tisch (wie man das von diversen Hunden kennt) traut er sich ja Gott sei Dank gar nicht.

Im „Schlawinarium“ ist das alles zum Glück überhaupt kein Problem, denn dort machen das alle so und haben ungeheuren Spaß dabei. Da es im Moment noch etwas zu frisch draußen ist, um alle Bobby Cars, Puppenwagen, Polizeiautos, Bagger, Lauf- und Dreiräder auf den Freisitz zu schaffen, müssen die zur Zeit noch im Café bespielt werden – genauso wie die Schaukelpferde, Ritterrüstungen (incl. Schwertern natürlich), Plastedinos und Kugelbahnen nebst riesengroßer Bilderbuchauswahl.

Genau das taten heute morgen auch ca. 18 Kinder zwischen 0,5 und 8 Jahren, während die dazu gehörenden Eltern, Großeltern oder wer auch immer sich verantwortlich fühlte versuchten, das Chaos in Grenzen zu halten, was ihnen jedoch nur sehr selten gelang. Immerhin stürzte niemand beim Springen vom Fensterbrett ins Buffet, die Vanillesoße blieb bis zum Schluss auf dem Tresen stehen, und die Nutellabrötchen fanden sich ausschließlich in Kindergesichtern wieder.

Cornfalkes

Sogar Lias löffelte aus Versehen und total beeindruckt von der Toberei um ihn herum ein paar Cornflakes und ließ sich gelegentlich eine Weintraube in den Mund schieben; nur die Schale mit den Gummibärchen hatte er schon ganz am Anfang und ganz allein gefunden. Die meisten der Kinder schlangen schnellstmöglich ein paar Eierkuchen oder Kuchenstücken, um sich anschließend um die Polizeiuniform zu kloppen, doch der anfangs etwas schüchterne Sohn beguckte sich das Treiben lieber erstmal vom sicheren Schoß-Platz aus und beschloss erst nach einer geraumen Weile, dass das komische Mädchen mit dem Blumenkleid jetzt lange genug auf seinem Schaukelzebra gesessen hätte. Entschlossen rutschte er vom Stuhl, machte drei entschiedene Schritte auf die Konkurrenz zu und guckte sie auffordernd an. Das interessierte die natürlich nicht im Geringsten, und somit war Lias' Ausflug zum Spielgeschehen auch ruckzuck wieder beendet. Schniefend holte er sich ein Bilderbuch aus dem Regal, welches wir in sicherer Entfernung zur bösen Zebradiebin anguckten. Zum Glück hatte jene aber auch recht schnell wieder was anderes vor, und Werni konnte doch noch Jockey spielen; nach einiger Zeit des Mutfassens reichte es schließlich sogar noch zum Baggerautoholen und Kugelbahnbedienen, leider waren da aber inzwischen alle Kugeln verschwunden.

Geschlagene zwei Stunden hielten wir durch; wir hatten tatsächlich die letzten drei freien Plätze bekommen, denn obwohl wir die ersten gewesen waren, waren sämtliche Tische reserviert, und als alle Gäste eintrafen, wurde die Atemluft relativ knapp. Doch der Sohn hatte trotz der fremden lauten Kinder ein bisschen Spaß, zumindest fand er die Sache sehr interessant. Und wenn er dann im Sommer draußen mit dem Roller cruisen kann, wird's noch viel besser.

Verfasst von jenni am Sonntag, dem 28. Februar 2010 um 13:12 Uhr, letzte Änderung am Sonntag, dem 28. Februar 2010 um 19:29 Uhr.

2 Leserbriefe

j.

Re: Brunch im Kinderzoo

Menno! Ich mag auch mal wieder was mit Euch machen können! Zur Not würde ich mir sogar eine Runde Schlawinarium antun - solange ich da nich wieder arbeiten muss... Wünsche gutes Ausspannen nach dem anstrengenden Frühstücksbrunch!

Liebgruß aus RV

autor: j. — 2010-02-28 14:47:32
Jana samt Jungens

Re: Brunch im Kinderzoo

Schade, daß wir diesmal nicht mitkommen konnten. Das holen wir aber nach! Versprochen!!!

autor: Jana samt Jungens — 2010-02-28 20:55:57
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