Elefant, Tiger & Co.
Nein! – Flamingo, Roter Sichler und Eisenbahn heissen Lias Lillacks Lieblingstiere im Zoo! Und da wir diese inzwischen –dem Wetterchen sei Dank– fast täglich besuchen gehen, kennen wir uns mit dem ganzen Viehzeug auch schon ganz gut aus. Weshalb es für den Zwerg allerdings ausgerechnet rosa bzw. rote Vögel sein müssen, weiss ich auch nicht so genau; das Verdienst der Flamingos ist wahrscheinlich, dass sie die ersten im Zoo sind und er sich deshalb so über sie freut. Bis auf die seltenen Gelegenheiten, wo die mal ein paar Schritte hin- und hergehen oder im Wasser schnäbeln, ist bei denen nämlich nicht all zu viel los.
Nächste Anlaufstelle für uns ist entweder die Horst(Lama)-und-Harry(Alpaka)-Sommerresidenz, wo Werni eine Weile am Zaun herumlungert, um zu zeigen, wie prima er schon allein stehen kann, oder der Tierkindergarten, wo man theoretisch kleine Ziegen, Ponys, Schafe, Kaninchen und die ganzen Haustiervertreter angucken und auch streicheln soll. Praktisch traut sich das aber keins der Besucherkinder (und der Zwerg schon gar nicht; neulich hat sich eins der Schafe erdreistet, in seinem Beisein "mäh" zu sagen. Danach musste er lange getröstet werden.), weil nicht nur die frei laufende Gans einen unberechenbaren Eindruck macht. Schon oft war zu beobachten, wie Dreijährige in Tränen ausbrachen, weil sie vom Schwein unwirsch angegrunzt wurden, der Truthahn laut gackerte oder gar der Esel schrie! Ein wahres Gruselkabinett, dieser Streichelzoo.
Meistens machen wir uns recht bald van Dannen und auf in Richtung Huftiergehege, soll heissen, zu den Ziegen, wobei wir –notgedrungen– immer an der Eisenbahn vorbei müssen, wo man in der Lok so prima die Glocke läuten kann. Die Lok ist aber immer schon besetzt. Trotzdem kann man der Bahn ziemlich lange zugucken und dabei riesige Äpfel essen (Apfelstückchen sind was für Babies!); mit vier Zähnen dauert halt nur alles seine Zeit.
Wenn wir ganz früh da sind, kommen wir gerade richtig, um die Zebras, Giraffen und Antilopen in die Savanne stürmen zu sehen; die sind dann total aufgedreht von ihrer langen Nachtruhe und toben durchs Gelände, was ungeheuer niedlich aussieht, den Zwerg aber total kalt lässt. Der füttert lieber Spatzen und sammelt Kippen auf. Wichtig ist eigentlich nur, dass wir noch irgendwo Wasser zum Rummatschen finden und niedrige Zäune zum Dranfesthalten und Rumprollen. Meistens mit mindestens einem Stock in der Hand, den der Sohn sich dann wahlweise zwischen die Zähne schiebt (kennt er ja von den Hunden) oder laut singend über dem Kopf schwingt. Da man sich sowas beim Hinfallen auch super ins Auge rammen kann, halte ich ihn ganz gern noch an einer Hand fest –obwohl er die natürlich nicht bräuchte! Das Ziel, zur Hochzeit ohne Gehhilfe laufen zu können, hat er im Prinzip erreicht und gehört an dieser Stelle gebührend belobigt!