Kamikaze-Zwerg

Dass der LWV ein klein wenig verrückt ist, wussten bisher zumindest jene, die bereits das Vergnügen hatten, seine Bekanntschaft zu machen. Dass er nun aber auch zunehmend gefährlich wird (für sich und für andere), ist erst seit ein paar Tagen aktuell und somit relativ neu.

Angefangen hat das ganze eigentlich ganz harmlos mit den Babyfingernägeln, welche man anfangs nicht schneiden konnte, weil sie zu mini waren, inzwischen aber –weniger harmlos– nicht mehr schneiden darf, weil das der Herr Lillack jun. nicht so mag. Was soviel heisst wie: Er mosert lautstark, wirft sich hin und her, zieht die Hände weg (Blutbäder konnten bisher immer mit knapper Not vermieden werden) und springt mir vom Schoß. Dann läuft er also mit –nunmehr weniger mini und weniger weichen– Fingernägeln herum und rammt diese wahlweise mir ins Zahnfleisch, Jana knapp am Auge vorbei oder seiner Oma in den Ausschnitt.

Sein zweitliebstes (nein eigentlich das liebste) Hobby ist in diesen Tagen das Springen bzw. Fallenlassen von Armen/Tischen/Stühlen/Sofas; ohne Netz und doppelten Boden. Und zwar mit Abstoßen! Blitzschnell herumdrehen, die Füße aus der aktuellen Verankerung ziehen, herumrollen und mit den Händen abdrücken. Der Kerl macht mich wahnsinnig! In manchen Momenten –und das geht nicht nur mir so, auch der starke Papa hat Mühe, seinen Sohn zu bändigen– hab ich große Not, das wuselige Bündel festzuhalten, welches sich inzwischen einen großen Spaß daraus gemacht hat, sich vom Wickeltisch stürzen zu wollen. Wahrscheinlich fand er es ungeheuer witzig, dass ich beim ersten Mal, einer Ohnmacht nahe, laut schrie, bevor ich ihn gerade noch zu fassen kriegte, und nun will er diesen Effekt immer immer immer wieder provozieren. Schafft er auch, der Lump. Aufgrund dieser nervenaufreibenden Umstände ist er inzwischen auf dem Boden am besten aufgehoben (denn auch im Bett zieht er sich schon am Gitter hoch und lacht sich halb kaputt dabei), und wenn ich großes Glück habe, findet er auf seiner Spieldecke so interessante Dinge wie einen alten Sektkorken oder Gummibärchenpackungen, die er ein paar Minuten (mit konzentrierter Miene und Schnute) untersucht, so dass ich mir kurz keine Sorgen um sein (und mein) physisches Wohlergehen machen muss. Ach so: einen eigenen Computer hat er, dank Tante Jule, nun auch. Da kann er sich wenigstens nur die Finger einklemmen.

Verfasst von jenni am Freitag, dem 5. Dezember 2008 um 19:39 Uhr, letzte Änderung am Sonntag, dem 7. Dezember 2008 um 21:15 Uhr.

(noch) keine Leserbriefe

Mein Leserbrief

Titel:

Text:

Name:

Mail: (wird nicht veröffentlicht)

Bitte gib den Vornamen eines beliebigen Familienmitglieds an:
 << aus Spamschutzgründen. Auch Hunde zählen!