Adyssee
(Fortsetzung von Jennis Post)
…denn wir traten bereits das vierte mal mit dem Amt, welches sich als „ARGE“ oder „Bundesagentur für Arbeit“ oder wie auch immer für uns darlegt, in Kontakt (davon das dritte mal persönlich) – ohne irgendwelche Fortschritte.
Das erste mal, streng nach Anleitung von Jennis Mom (Hey, sie ist Juristin!), versuchten wir bei der ARGE schriftlich Hilfe zur Erstausstattung Neugeborener (oder so) nach Artikel sowieso SGB zu erbetteln. Eine Antwort blieb zwar vorerst aus, die Nachfrage bei den Bauchbesitzern zeigte aber, dass dies der richtige Weg sein muss – oder wenigstens die richtige Anlaufstelle – und schürte unsere Hoffnung.
Mit der ersten Antwort konnten wir dann auch noch leben, bzw. habe ich insgeheim schon damit gerechnet: „Jaja, Briefe schreiben! Sie kommen gefälligst hier vorbei!“ – Nagut, dann ab in die Georg-Schumann-Straße. Allerdings währte unser Glück dort nicht lange, denn die fühlten sich natürlich gar nicht zuständig für uns, weil wir ja schon so alt sind und ein Studium zählt ja wohl nicht als Ausbildung!!
Okay, Anlauf #3, dann eben zum Arbeitsamt… äh… der Bundesagentur. Nach kurzem Schlange stehen und erstaunlich kurzer Wartezeit fällt dem (freundlichen) Mitarbeiter auf, dass ein Pass ja gar kein Ausweis ist und er demzufolge nicht prüfen kann, ob Jennis Hauptwohnsitz wirklich in Leipzig ist. Verständlich. Traurig ist dann allerdings, dass er sich auch vom Fahrzeugschein, des erst vor wenigen Wochen auf Jennis Namen in Leipzig angemeldeten Husseins (das ist unser Auto) überzeugen lässt, obwohl doch (Achtung, Kausalkette!), die Anmeldung eines Fahrzeuges seit 2007 nur noch möglich ist, wenn sich der Hauptwohnsitz des Halters in der Gemeinde, in dem das Fahrzeug zugelassen werden soll, befindet. Logisch, aber schwierig. Also später wiederkommen. Ich: ruhig, verständnisvoll.
Bis jetzt letzter Versuch: Diesmal haben wir richtig lange gewartet (Über mangelnde Kenntnis von „First Come – First Served“ und die lustige Klassengesellschaft im A-Amt muss ich wohl später berichten), durften uns vom fetten Nazipack, in Ausprägung zweier Volltrottel, die uns den Duft im Wartebereich versüßten, als Luschen beschimpfen lassen, um dann von der kleinen Frau („Wir wollen doch sachlich bleiben!“) zu hören: „Ja, dann füllen Sie bitte den AlgII-Antrag aus und bringen den dann wieder…“ – Ich: „Äh, …nein?“
Anschließend folgt eine Diskussion darüber, was der Unterschied zwischen Anlegen eines Kunden-Accounts („Bedarfsgemeinschaft“) und beantragen von AlgII durch ebendiesen ist und darüber, wieviele Studenten Susi (darf ich sie so nennen, ja?) kennt, die Hartz4 bekommen.
Im Endeffekt ist es erschreckend zu sehen, dass diese Frau acht Stunden am Tag diese AlgII-Anmeldebögen austeilt (sie ist ja nichtmal die Sachbearbeiterin! Die, die da sitzen, sollen nur das Pack fern halten…) und nicht weiß, dass man als Student in der Regel keine Leistungen zum Lebensunterhalt von „der Agentur“ bekommt, obwohl das doch als erstes in dem Faltblättchen stand, welches sie uns dann mit auf den Weg gab, nachdem (und jetzt kommt die „gute“ Nachricht) sie uns einen Termin in der LEISTUNGSABTEILUNG gegeben hat. Da sitzen dann die richtigen Sachbearbeiter! Und als Sachbearbeiter – vor allem in der LEISTUNGSABTEILUNG – kennt man sicht aus! Hoffen wir…